Gesundheitspark der Sinne Image 1

Gesundheitspark der Sinne

Inspiriert durch die umliegende Parkanlage wurde im Klinikum Leverkusen ein Gestaltungskonzept realisiert, das verschiedene sinnliche Elemente der Natur im Innenraum aufgreift und so anstatt Krankenhausatmosphäre ein Wohlfühlambiente schafft.
Text: Jule Milbrett Fotos: © JOACHIM GROTHUS FOTOGRAFIE

Das Klinikum Leverkusen wird nicht umsonst auch „Gesundheitspark“ genannt. Die Krankenhauseinrichtung liegt mitten im Grünen und die einzelnen Teilgebäude sind durch eine üppig angelegte Parkanlage miteinander verbunden. „Wir konnten beobachten, wie gut es den Patienten, aber auch Besuchern und Angestellten bei ihrem Aufenthalt im Park geht, und so kam uns die Idee, den Park auch ins Innere des Krankenhauses zu holen“, erklärt Dorothee Vorschütz, leitende Innenarchitektin von der HDR GmbH, die sich auf das Bauen für Gesundheit, Forschung und Lehre spezialisiert hat. Konkret ging es um „Haus 1Y“: Das viergeschossige Gebäude sollte bei laufendem Betrieb um drei weitere Vollgeschosse sowie ein Technikgeschoss erweitert werden und einen Teilausbau im Untergeschoss erfahren. Damit die Menschen im Krankenhaus den Park im Innenraum nachempfinden können, entwarf man ein Gestaltungskonzept mit möglichst vielen sinnlich wahrnehmbaren Elementen. „Am einfachsten war es natürlich, das Auge als wahrnehmendes Sinnesorgan anzusprechen. Inspiriert von Bäumen, Beeten, Plätzen, Blumen und Wiesen haben wir unsere Farbwelten festgelegt, aber auch natürliche Lichteffekte und Tiefenwirkung nachgestellt. Durch akustisch wirksame Deckenmaterialien wurde der Hall aus den Räumlichkeiten genommen. Und auch die Haptik der Produkte spielte eine große Rolle, um den Tastsinn der Patienten und Besucher anzusprechen: „Deshalb haben wir viele Produkte mit unterschiedlichen naturnahen Strukturen verbaut“, erklärt Dorothee Vorschütz. Sogar den Geruchssinn konnte das Team mit einem bestimmten Material – genannt „Organoid“- aufgreifen. Das Material erinnert an verpresstes Heu. Über feinste Lavendelfäden, die darin eingearbeitet sind, verbreitet sich ein sehr dezenter und angenehmer Duft. Verbaut wurde das Material in Form einer besonders gestalteten Wandverkleidung an zentralen Punkten innerhalb der Flure.

„Wir als Architekten sind sehr froh darüber, dass wir dank der zahlreichen Möglichkeiten, die uns Schichtstoffe mit ihrer Dekor- und Strukturvielfalt bieten, auch solch ungewöhnliche Gestaltungskonzepte im Gesundheitssektor umsetzen können“

Dorothee Vorschütz, leitende Innenarchitektin von der HDR GmbH
Die größte Herausforderung bei Gestaltungskonzepten im Gesundheitswesen? Die Hygienebestimmungen. Alle Objekte und Oberflächen müssen in diesem Bereich reinigungsfähig, also nass abwaschbar und desinfizierbar sein, ohne dass die Oberflächen an Farbe verlieren oder andere Mängel entstehen. „Genau aus diesem Grund arbeiten wir gerne mit Schichtstoffspezialisten wie Pfleiderer zusammen. Bei diesem Projekt haben wir beispielsweise alle Schwesterntheken aus „Pfleiderer Duropal HPL SolidColor Kristallweiß“ gefertigt“, so Dorothee Vorschütz. „Hier haben wir uns bewusst für eine komplett homogene Oberfläche entschieden, ohne jegliche Struktur und sogar mit durchgefärbtem Kern, sodass wir auf Gehrung arbeiten konnten. Das Ergebnis ist eine reinweiße Theke, die Vertrauen und Professionalität vermittelt, was zwischen den ganzen natürlichen Elementen nicht fehlen durfte.“ Auch die Innenkorpusse der Schränke in den Patientenzimmern und die hervorstehenden rechteckigen weißen Elemente in Teilen der Flure wurden mit Pfleiderer Produkten gestaltet. „Die Schichtstoffe sind in diesem Sektor auch deshalb so beliebt, weil sie außerordentlich stoß- und kratzfest sind. „Und auch die Brandschutzanforderung B1 konnten wir mit diesen Produkten problemlos erfüllen.“

Das von HDR entwickelte Gestaltungskonzept wurde geschossübergreifend auf das Gebäude angewendet. Auf diese Weise entstand im Untergeschoss eine neue Physiotherapie, im dritten Obergeschoss eine Pflegestation der Neurologie mit 32 Betten, in der vierten Etage eine Pflegestation der „allgemeinen Inneren“ mit 31 Betten sowie ein Bereich fürs ambulante Operieren mit drei OP-Sälen und klinischem Arztdienst im fünften Obergeschoss und zu guter Letzt ein Technikgeschoss in der sechsten Etage.




„Wir als Architekten sind sehr froh darüber, dass wir dank der zahlreichen Möglichkeiten, die uns Schichtstoffe mit ihrer Dekor- und Strukturvielfalt bieten, auch solch ungewöhnliche Gestaltungskonzepte im Gesundheitssektor umsetzen können“, so Dorothee Vorschütz. „Wir arbeiten schon viele Jahre mit Produkten von Pfleiderer und sind nach wie vor von der hohen Qualität und der einfachen Verarbeitbarkeit begeistert.“
Datenschutz