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Dagobert, Donald, Mickey & Pfleiderer

Im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale gibt es Donald und Co. zum Anfassen und Erleben – denn hier wurde den bunt illustrierten und lustigen Comicgeschichten aus Entenhausen und ihren Protagonisten sowie ihrer Übersetzerin Erika Fuchs eine Dauerausstellung gewidmet. Architekten und Designer haben auch mit Pfleiderer-Produkten für das richtige Ambiente gesorgt.
Text: Tanja Dolic Fotos: Atelier Altenkirch Architekturfotografie und Kunstdokumentation

Über 30 Jahre lang übersetzte Erika Fuchs die Geschichten aus Entenhausen aus dem Englischen ins Deutsche und prägte so auch den deutschen Sprachstil. Bis in die 50er-Jahre waren Dagobert und Entenhausen in Deutschland noch völlig unbekannt. Mit ihren freien Übersetzungen und der Verwendung des Inflektivs, bei dem Verben auf ihren Stamm zurückgebildet werden, wie beispielsweise „seufz“ und „ächz“, hat Erika Fuchs den deutschen Sprachstil mitgeprägt. Dafür wurde ihr und ihrem Schaffen ein Museum gewidmet. Seit 2015 können hier Jung und Alt in Comics stöbern, sich Originalzeichnungen deutscher Comickünstler anschauen und im begehbaren Entenhausen sogar in Talern baden – ein Spaß nicht nur für eingefleischte Comicfans. „Diese Comics gelten als vermeintliche Kinderliteratur, aber rund die Hälfte unserer Besucher kommt ohne Kinder. Das Schöne ist nämlich, dass die Ausstellung für jede Altersgruppe was zu bieten hat. Sogar anspruchsvolle Comicliteratur über den Holocaust“, erzählt die Museumsleiterin Dr. Alexandra Hentschel, die auch während der Planung und Entstehung des Museums eng eingebunden war.

Nach einem europaweit ausgelobten Architektenwettbewerb bekam Dipl.-Ing. Dominik Burkard den Zuschlag für das Projekt. Die Wettbewerbsaufgabe bestand darin, in einer zweimonatigen Planungszeit das gesamte Museum zu entwerfen. Grundlage für Burkards Entwürfe war die zuvor erstellte Ausstellungskonzeption der m.o.l.i.t.o.r. GmbH aus Berlin. „Die eigentliche Zusammenarbeit mit Pfleiderer begann erst ziemlich spät, war aber sehr wichtig“, erzählt Burkard. Ziel der Kooperation war die Gestaltung der öffentlichen Museumswelt, insbesondere des Eingangsbereichs und des Shops. Hier musste natürlich Wert drauf gelegt werden, dass die Elemente dem Verwendungszweck entsprechen. Und im Eingangsbereich ist aufgrund der Nutzungsintensität vor allem auf die Strapazierfähigkeit zu achten. Mit Pfleiderers Strategie einer dekorativen Oberflächenkompetenz hat der Architekt für das Erika-Fuchs-Haus die ideale Lösung gefunden. 


Verbundelemente in Chapel Oak

Die Sortimentsstrategie bei Pfleiderer basiert unter anderem auf DST: Dekore – Strukturen – Träger. Aus der Verbindung der einzelnen Elemente ergeben sich unzählige Gestaltungsmöglichkeiten und für jeden Kunden die passgenaue Lösung. Für den Eingangsbereich im Museum eigneten sich daher insbesondere die belastbaren mitteldichten Faserplatten (mDF) mit Hochdruckschichtstoffen (High Pressure Laminate – HPL). Die Hochdruckschichtstoffe sind mehrlagig aufgebaut, aus dem Kernpapier, dem Dekorpapier und dem Overlay – so entstehen selbst bei hoher Beanspruchung kaum Gebrauchsspuren. Für die Optik hat Burkard viel Wert darauf gelegt, natürliche Materialien zu verwenden, um so eine Kontrastwelt zu der Ausstellungsgestaltung zu erwirken, die aufgrund der comicbasierten Ausstellungsinhalte einen künstlichen Charakter hat. Dazu hat er Bezug auf ortstypische Materialien aus Oberfranken wie Sand und Stein genommen, denn der öffentliche Museumsbereich sollte einladend und nicht zu rustikal wirken.

Im Eiche-Dekor (R20036 Chapel Oak) fand Burkard schließlich das ideale Design für die Umsetzung seiner Vorstellungen. Das Dekor mit der natürlichen, kontrastreichen und ausdrucksstarken Eiche sorgt nun für einen einladenden Empfangsbereich. Eine besondere Authentizität wird durch kleine Äste und Fehlstellungen im Design hervorgerufen.

„Für den Eingangsbereich habe ich die Verbundelemente von Pfleiderer gewählt, weil schließlich auch Brandschutzvorgaben zu beachten sind“, erklärt der Architekt. Die Träger sind in der richtigen Ausführung schwer entflammbar, wie beispielsweise die mitteldichten Faserplatten. „Mit der HPL-Beschichtung in Chapel Oak hatte ich so die ideale Kombination aus Zweckgebundenheit und dem meinen Vorstellungen entsprechenden Design“, erörtert er weiter.

Während der Gestaltung fand immer ein enger Austausch mit Pfleiderer statt . Das Unternehmen stellte dem Architekten sowohl einen persönlichen Ansprechpartner als auch eine umfangreiche Mustersammlung zur Verfügung. „Wobei ich bei der künstlerischen Gestaltung das Hoheitsrecht hatte“, lacht Burkard. Im Eingangsbereich ging es nämlich auch darum, beispielsweise die Elektrik hinter dem Dekor zu verbergen. So sind viele kleinere Elemente, wie Tresen und Sideboards, zum Einsatz gekommen.

Für die Dauerausstellung im ersten Stock hat Burkard hingegen auf geschlossene Räume gesetzt. Dies hat den Zweck, einen Kontakt zur Außenwelt aufzuheben, damit der Besucher komplett in die Welt des Comics eintauchen kann. Die gefaltete Deckenkonstruktion erinnert an Buchseiten, was den Effekt der Comicwelt noch verstärkt.

Auch wenn bei der Museumsgestaltung eher auf natürliche und zurückhaltende Dekore gesetzt wurde: Die Atmosphäre mit wenig Ablenkung und einem ruhigen Willkommenscharakter zeigt nur umso deutlicher, dass in der Welt der Pfleiderer-Dekore für jede Anforderung das passende Konzept gefunden werden kann – schließlich ist auch dezente Zurückhaltung eine Kunst.