„Jedes Unternehmen hat einen eigenen Code“

Prof. Dr. Gerdum Enders ist Gründer und Kopf des Unternehmens CODE LAB – Global Mind Network GmbH (www.codelab.de). Enders und sein Team arbeiten auf Basis der von ihm entwickelten CODE-Methode, wonach jedes Unternehmen und jeder Markt über eine eigene Codierung verfügt, die es zu entschlüsseln und in der Folge bewusst für die Entwicklung von Produkten, Unternehmen und seiner Kommunikation zu nutzen gilt.
Text: Guido Klinker Fotos: Global Mind Network, Paavo Blåfield

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Herr Prof. Dr. Enders, wir erleben einen rasanten Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Woran können sich Menschen und Unternehmen in diesen Zeiten orientieren, welche Konstanten gibt es?
Das Konstante ist der Wandel. Ihn gab es schon immer. Er ist einfach schneller geworden. Deshalb wird es immer wichtiger, die Orientierung zu behalten. Was ist der Sinn des Ganzen und wie hängt alles zusammen? Wie geht das? Nun, wir müssen zwei Dinge verstehen: Wandel erklärt die Systemtheorie. Alles verändert sich. Die Natur, Unternehmen und auch wir Menschen und Kulturen. Doch Wandel hat einen unwandelbaren Kern. Diese Konstante gilt es wie eine Art DNA herauszuarbeiten. Hier setzt Semiotik an – die Theorie der Zeichen. Hat man den innersten CODE klar, so kann man seinen Wandel aktiv steuern. Ich glaube, in Zukunft geht es damit um Codierung und nicht um die Produktion von Ware mit Funktion.

Sie sagen, jedes Unternehmen hat einen eigenen Code. Was meinen Sie damit und was bedeutet er für die Ausrichtung eines Unternehmens?
Der Code ist die Regel zur Veränderung. Einerseits geht es ja darum, sich zu verändern, andererseits wollen wir diejenigen bleiben, die wir sind. Der Code ist die „DNA“ eines Unternehmens und beschreibt die zentralen Werte, die ein Unternehmen lebt. Er ist damit die Prüfregel für alles, was ich mache. Ob ich Fotos brauche oder eine neue Bürowelt schaffen will. Der Code gibt Orientierung und hilft, die richtigen Zeichen zu finden – von Bildstrategie bis zu New-Work-Konzepten. Wichtig ist: Er ist alles andere als beliebig. Er ist der fokussierte Kern des Unternehmens und seiner Kultur. Alles, was wir nach innen senden, schafft Identität, und alles, was wir nach außen senden, gestaltet Image. Gut, wenn man seinen Code klar hat.

Sie haben sich intensiv mit Pfleiderer beschäftigt. Was ist aus Ihrer Sicht der spezifische Code, der eine positive Entwicklung des Unternehmens verspricht?
Jedes Unternehmen lebt von Veränderung. Veränderung nennt man kulturelles Lernen und/oder produktseitige Innovation. Pfleiderer hat beides. Die Kultur hat sich geöffnet und arbeitet mit modernen Formaten. Und diese Formate forcieren wiederum den Wandel, dass sie Externe, in der Idee des kreativen Feldes, mit in den Entwicklungsprozess einbeziehen. Das nennt man Open Innovation, was nichts anderes heißt, als das sich das Pfleiderer-System der Umweltdynamik zu stellen und seine Entwicklungsrituale weiter zu kultivieren hat. Das ist die eingangs beschriebene Evolution im Sinne des Unternehmenscodes. Sie sehen, das Konstante ist der Wandel – und Pfleiderer nutzt ihn.
Pfleiderer

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