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Adresse: Wiórowa Strasse, Grajewo

Die Pfleiderer-Fabriken in Grajewo gehören heute zu den größten und modernsten Produktionsbetrieben im Nordosten Polens. Die hier hergestellten Holzwerkstoffplatten werden in fast ganz Europa verwendet – bei der Möbelproduktion, auf Baustellen und beim Innenausbau. Wie sehen diese Betriebe von innen aus? Was sind es für Menschen, die hier arbeiten?
Text: Katarzyna Hryniewicka von Profundo PR Fotos: Katarzyna Hryniewicka von Profundo PR, Pfleiderer

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Schleifstraße für HDF-Platten. Beim Schleifen wird die HDF-Platte auf Nenndicke gebracht. Auf diese Weise wird die Oberflächenruhe optimiert. Darüber hinaus sind auch viele weitere Bearbeitungsschritte möglich, wie z.B. lackieren, konfektionieren und formatieren. Die effizienten Anlagen bieten den Kunden der gesamten Pfleiderer Gruppe ein Höchstmaß an Individualität rund um die HDF-Platte.
Als Andrzej Aleksandrowicz vor fast 25 Jahren – im Herbst 1992 – seinen ersten Arbeitstag in den Zakłady Płyt Wiórowych (Spanplattenbetrieben) in Grajewo begann, hat er nicht im Entferntesten damit gerechnet, dass er sich für eine so lange Zeit an das Unternehmen bindet. Der Leiter der Abteilung für Technik und Instandhaltung bei Pfleiderer Grajewo sp. z o.o. hat sich seitdem mit vielen Investitionen beschäftigt: dem Kauf von Geräten und Maschinen, der Entstehung der Trockenhalle und der Kläranlage, der Modernisierung und dem Ausbau weiterer Produktionslinien und sogar dem Bau einer zweiten Fabrik – Pfleiderer MDF, die in der Nachbarschaft des ursprünglichen Betriebs aktuell HDF-Platten herstellt. Auf die Frage, was denn eigentlich seine Arbeit sei, antwortet er scherzhaft: „Eigentlich sind die Mitarbeiter froh, wenn ich nichts zu tun habe – weil das bedeutet, dass alles gut läuft. Aber im Ernst, wir kontrollieren ständig den Maschinenpark, wir verbessern, reparieren, lösen Probleme, eliminieren potenziell gefährliche Situationen und optimieren die Produktionsprozesse. Jeder Tag bringt etwas Neues mit. Hier kann man sich nicht langweilen.”

In den Werken in Grajewo kennt Andrzej Aleksandrowicz jeden Winkel auf dem 80 Hektar großen Gelände und jeden Mitarbeiter. Längst ist die Firma sein zweites Zuhause und die Mitarbeiter sind seine zweite Familie geworden. „Wir sind ein Team. Der Einsatz jedes Einzelnen ist von Bedeutung – vom Reinigungspersonal über die Produktionsmitarbeiter bis zu den Führungskräften. Grajewo ist eine kleine Stadt. Wir kennen uns hier alle seit Jahren, wir alle bemühen uns um gegenseitigen Respekt“, erklärt er.

Es begann mit einer Platte
Alles begann vor rund 40 Jahren, als Baumaschinen auf das heutige Gelände an der ul. Wiórowa fuhren. Der hiesige Bau war gegen Ende der 70er-Jahre eine der größten Investitionen im Nordosten Polens. Offiziell fand die Eröffnung der Fabrik, die damals den Namen Zakład Płyt Wiórowych in Grajewo (Spanplattenbetrieb in Grajewo) trug, am 19. Dezember 1977 statt. Daran haben höchste Regierungsvertreter teilgenommen, vor allem aber die Bewohner der Stadt, deren Schicksal seitdem unzertrennlich mit der Spanplatte verbunden ist.


Während der nächsten Jahre wuchs Grajewo zusammen mit der Fabrik. 1995 wurde der Betrieb privatisiert. Zwei Jahre später wurden die Aktien des Zakład Płyt Wiórowych S.A. (Spanplattenbetriebs AG) an der Warschauer Wertpapierbörse notiert. Bald darauf übernahm Pfleiderer die Firmen und schlug damit ein völlig neues Kapitel in der Chronik von Grajewo auf.

„Wir sind ein Team. Der Einsatz jedes Einzelnen ist von Bedeutung – vom Reinigungspersonal über die Produktionsmitarbeiter bis zu den Führungskräften.“

Andrzej Aleksandrowicz, Leiter der Abteilung für Technik und Instandhaltung bei Pfleiderer Grajewo sp. z o.o.
Produktion heute
Heute gibt es in Grajewo zwei moderne Produktionsbetriebe: Pfleiderer Grajewo sp. z o.o. und Pfleiderer MDF sp. z o.o. Bei Pfleiderer Grajewo sp. z o.o. werden rohe und veredelte Spanplatten hergestellt. Das Herz des Betriebs ist die moderne, immer weiter ausgebaute CPS-Linie, die rohe Spanplatten produziert, welche später im Möbel-, Haus- und Innenausbau verwendet werden. Eine riesige Anlage arbeitet ununterbrochen fast das ganze Jahr über. Die Maschinen werden nur für die Feiertage ausgeschaltet und auch dann müssen sie gewartet werden. Die Produktionskapazitäten sind immens (Jahr 2016):
› „ClassicBoard“ (Spanplatte): 700.000 m3
› „DecoBoard“ (beschichtete Platten): 21.500.000 m2
› Melaminfilme: 85.000.000 m2
› Finishfolien: 47.000.000 m2
› Kanten: 12.000.000 m2

In Grajewo wird eine Vielzahl an Produkten hergestellt, vom „ClassicBoard“ und „DecoBoard“ über Leichtbau- und Bauplatten bis zu Materialien, die speziell auf Kundenwunsch gefertigt werden.
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Blick von oben: Pfleiderer Grajewo im Jahr 2000. Damals ein reiner Spanplatten- und Beschichtungs-Standort. Zwischenzeitlich durch Fertigungslinien für HDF-Platten erweitert. Um noch individueller auf die verschiedenen Kundenwünsche einzugehen, wurde der Standort 2016 nochmals optimiert.
Die moderne Lackierstraße ermöglicht die Lackierung ganzer HDF-Platten und fertiger, entsprechend nach Maß zugeschnittener Formstücke. Die Zuschnittanlage erlaubt einen schnelleren und genaueren Zuschnitt der HDF-Platten nach Kundenwunsch. Die Konfektionieranlage ermöglicht wiederum eine ästhetischere und funktionellere Verbindung der einzelnen Formstücke mit dem sogenannten Leimfaden. Die vollständige Verarbeitung wird durch beliebiges Fräsen oder Bohren (zum Beispiel Öffnungen für elektrische Leitungen) ergänzt, damit man ein fertiges, perfektes Element für die Möbelherstellung erhalten kann.
Aktuell betragen die Produktionskapazitäten insgesamt:
› „StyleBoard HDF“ (HDF-Platte roh): 250.000 m³
› „StyleBoard HDF lackiert“ (HDF-Platte lackiert): 42.850.000 m²

ONE Pfleiderer
Die schnelle Entwicklung der gesamten Pfleiderer Group ist auch in Grajewo zu spüren. Tomasz Małaszuk, Direktor beider Fabriken und seit 25 Jahren im Unternehmen, meint: „Die Werke in Grajewo sehen heute ganz anders aus als 1992, als ich hier meine Arbeit als Schichtleiter aufgenommen habe. Wir entwickeln und verändern uns permanent. Die Zusammenarbeit mit den Technologen aus Deutschland, der Zugang zu den Datenbanken, die Einführung neuer Technologien – das alles macht uns immer besser und wettbewerbsfähiger.“ Paweł Przybysz, Leiter der Abteilung für Spanplattenproduktion, ergänzt: „Aus der Sicht eines Technikers muss man einfach den Nutzen schätzen, den wir aus der Zusammenarbeit mit den Fachkräften aus Deutschland ziehen. Wir lernen viel voneinander – sowohl wir als auch sie. Das ermöglicht uns, ein Produkt zu entwickeln, dieses zu vervollkommnen und gleichzeitig den Investitionsbedarf entsprechend zu lokalisieren.“

Beschäftigungsstatistik – Brot für Platten
Die Pfleiderer-Betriebe sind bis heute, neben der Gesellschaft Mlekpol, der größte Arbeitgeber in der Stadt Grajewo mit seinen etwa 20.000 Einwohnern und im gesamten Landkreis Grajewo. Rund 560 Personen sind fest angestellt: fast 400 bei Pfleiderer Grajewo sp. z o.o. und rund 160 bei Pfleiderer MDF (sp. z o.o.).
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2016

› „ClassicBoard“ (Spanplatte): 700.000 m3
› „DecoBoard“ (beschichtete Platten): 21.500.000 m2
› Melaminfilme: 85.000.000 m2
› Finishfolien: 47.000.000 m2
› Kanten: 12.000.000 m2
› StyleBoard HDF (HDF Platte roh): 250.000 m3
› StyleBoard HDF lackiert (HDF Platte lackiert): 42.850.000 m2
Der Altersdurchschnitt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt bei 45 Jahren. Vom Berufsanfänger bis zu Beschäftigten, die dem Ende ihres Berufslebens entgegensehen, ist jeder vertreten. Wie Irena Bagińska, die für Investitionen zuständig ist und ihre Arbeit im Juli 1975, lange vor Produktionsbeginn, aufgenommen hat. Oder Jacek Pustuła, der für die Qualitätsprüfung der Platten zuständig ist – ein Laborant, seit September 1976 im Unternehmen. Eine berufliche Veränderung kann er sich nicht mehr vorstellen: „Ich verlasse den Betrieb entweder, um in Rente oder in den Himmel zu gehen.“
Übrigens arbeitet im selben Labor auch sein Sohn Daniel. Und das ist keine Ausnahme. Sowohl bei Pfleiderer Grajewo als auch bei Pfleiderer MDF arbeiten ganze Generationen – Eltern, Kinder, Enkel. Irgendeine Verbindung hat fast jeder in der Stadt und im Umkreis zu Pfleiderer: Beschäftigte, aber auch um Lieferanten, Fahrer etc. Außerdem arbeiten in den Fabriken zusätzlich zur Stammbelegschaft zahlreiche Mitarbeiter – circa 140 –, die durch Zeitarbeitsagenturen eingestellt worden sind. „Wir kümmern uns intensiv um sie und sie partizipieren, ähnlich wie unsere eigenen Mitarbeiter, an den Prämien- und Bonussystemen. Wenn sie Erfahrung gesammelt haben und es eine freie Stelle gibt, wechseln viele von ihnen als Festangestellte mit Arbeitsvertrag in die Unternehmen“, sagt Małgorzata Bartosiewicz, HR Business Partner.
Wie geht es weiter?
Wenn man nach der Zukunft der Werke in Grajewo fragt, geben sowohl Andrzej Aleksandrowicz als auch Tomasz Małaszuk eine ähnliche Antwort: „Es warten viele Herausforderungen auf uns.“ Beide betonen jedoch, dass die kommenden Monate und Jahre sehr positiv verlaufen werden, wenn das bisherige Entwicklungstempo beibehalten wird: „Natürlich wartet auf uns viel Arbeit – wir planen bereits jetzt die Aufnahme weiterer ökologisch sinnvoller Investitionen. Sie werden es ermöglichen, die Formaldehyd- und Feinstaubemission aus der Trocknungsanlage effektiv zu senken. Sie werden der nächste Schritt – nach dem Bau der Kläranlage – in Richtung der Schaffung eines Unternehmens sein, das nicht nur für die Einwohner von Grajewo, sondern auch für ihre Umwelt gut ist. Und das ist immer noch nicht das Ende der Entwicklung“, so Tomasz Małaszuk.
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